Sad songs, not just for dirty lovers

...der Versuch die melancholischsten und traurigsten Lieder dieser Welt zusammen zu tragen. No one likes happy music, right...

 

WHAT'S IT ABOUT?

Hi! Ich bin Martin. Ich bin Anfang 30. Geboren in Karl-Marx-Stadt. Wendekind. Ich begann mich früh für Musik zu interessieren, spielte in mehr oder weniger guten Coverbands und legte in Clubs und auf Partys auf. Britpop und Indie waren die großen Themen in meinem kleinen erzgebirgischen Kosmos. Ich musste immer den neusten Scheiß haben. Am besten vor allen anderen. Da das mit den begrenzten Möglichkeiten meiner Heimat nur schwer umsetzbar war (wir hatten nicht mal Internet), war nach meinem Abitur klar, ich muss hier weg. Weit weg. Am besten mit Wasser zwischen mir und meiner klamaukigen Heimat. Britpop war auch bei der Zielfindung wieder ein Thema, die passende Frisur hatte ich schon und so kam eigentlich nur ein Land in Frage. England.

Ich ging nach England. Bristol um genau zu sein und verbrachte dort, nachdem ich meinen zwölfmonatigen Zivildienst beendet hatte, noch weitere zwei Jahre. Ich arbeitete mit Kindern, spielte Bass in der Band The Fauns, die auf Geoff Barrows INVADA Label gesignt war, und lernte viele, tolle Leute kennen – neben der Portishead-Gang auch ein paar Jungs, die heute unter dem Alias IDLES die Welt zu einem besseren Ort machen.

Seit 2010 bin ich zurück in Deutschland und lebe seitdem in Leipzig. Musik ist immer noch meine große Leidenschaft. Ich hatte hier ein paar Jahre eine eigene Booking-Agentur (Wanderlust-Booking) und Künstler wie Eddie Argos (Art Brut), Siv Jakobsen, Apples In Space und Jess Morgan unter Vertrag. Ich habe Konzerte veranstaltet, Workshops für Musiker organisiert und bin Gitarrist und Sänger der Band DIN Martin.

Seit Jahren trage ich eine wunderschöne Erinnerung mit mir herum, der ich irgendwie neues Leben einhauchen wollte. Bis vor ein paar Monaten wusste ich aber nicht wie.

Es gibt in Bristol einen Pub, in dem damals jeden Montagabend ein DJ ausschließlich traurige und melancholische Indie-Perlen spielte und über diese sprach. Die Menschen kamen nicht zum Tanzen, sondern zum Zuhören. Es war immer voll. Voll mit Leuten, die selber melancholisch, nachdenklich waren und die hier ihren Sweetspot gefunden hatten. Sie genossen traurige Musik, weil es ihnen so viel Positives gab. Ich fand diese Abende wahnsinnig erfrischend. Zuhören, nachdenken, schmunzeln, auch mal traurig sein, Gänsehaut bekommen – allein und doch mit allen zusammen. Wir waren das leiseste, nerdigste und wahrscheinlich auch glücklichste Publikum zugleich.

Musik ist etwas Großartiges, das wusste ich schon immer. Doch genau dort in diesem Pub entstand meine Liebe zur schwermütigen Musik, die mich bis heute nicht losgelassen hat. Musik, die mehr ist, als nur Hintergrundrauschen oder austauschbare Popmelodien.

Mazzy StarNick CaveConnor Oberst und und und. Alle wurden sie gespielt und begleitet mit den Anekdoten des DJs wuchsen diese Abende zu einer Art Radiosendung zusammen, die in keinem Radio mehr so gesendet wurde, sondern direkt vor unseren Biergläsern stattfand. Für mich nachhaltig beeindruckend!

Als letztes Jahr im September pünktlich meine jährliche Herbstmelancholie anfing zu wirken, dachte ich viel an diese Abende und so langsam wurde mir klar, wie ich diese schöne Tradition wiederaufleben lassen könnte. Ich brauche einen Blog, eine Plattform, auf der sich alles nur um traurige Musik dreht und auf der sich Leute tummeln, die genau wie ich, immer auf der Suche nach neuen tollen Songs und Alben sind. Und da war er geboren, der Miserable Monday.

Jeden Montag veröffentliche ich ein Feature über eine/n Künstler/in, der/die auch auf der melancholischen Seite zuhause ist und bitte ihn/sie eine Playlist mit seinen/ihren traurigsten Lieblingssongs zu kuratieren und zu erklären, warum es gerade diese sind. Mitgemacht haben unter anderem schon Sophie Lindinger von LEYYA, Dev von den IDLESPip Hall, Rasmus Kellerman aka Tigerlou, Liela Moss von The Duke SpiritAmber Arcades und viele mehr. Diese Feature erscheinen außerdem als Kolumne auf Tonspion

Außerdem produziere ich zwei- bis drei Mal im Monat einen kleinen moderierten Musikpodcast für Mixcloud, in dem ich – ähnlich wie der DJ in Bristol – frisch releaste, traurige Musik vorstelle und ein paar Geschichten dazu erzähle. 
Ich bin mir sicher, dass diese nerdige Idee nicht nur in Bristol funktioniert, sondern auch in Deutschland Zuhörer findet. Wenn euer Herz auch für die traurigen, ruhigen und melancholischen Songs da draußen schlägt, seid ihr auf diesem Blog bestens aufgehoben.