004 – Kai Lehmann (GARDA)

Garda ist das Dresdner Kollektiv um Sänger und Gitarrist Kai Lehmann. Ich habe die Band mehrfach gesehen, teilweise als Duo, teilweise in kompletter sechsköpfiger Besetzung. Jedes Mal ging der Abend mit der Frage zu ende, warum diese Band eigentlich nicht viel bekannter ist.

Mit 'Die, Technique, Die!' (2008) und 'Heart Of A Pro' (2012) haben Garda zwei extrem starke Platten veröffentlicht. Ende September erschien nach 6 Jahren nun das aktuelle Album 'Odds' auf K&F / Broken Silence. Kurz gesagt - ihre bis jetzt beste Platte. Im klassischen Garda-Stil geht es in den 9 Songs um Trennung, um Umzüge, um Loslassen. Doch die Verpackung hat sich geändert. 'Odds' ist größer, erwachsener, die Band mehr zusammen. Alte Bekannte, die sich trauen jetzt endlich mal alles auf den Tisch zu packen. Herauskommt ein melancholisches Indie-Popalbum, was beim Hören an the National oder an die frühen Arcade Fire erinnert und Experimente wagt, die man so nicht erwartet. Das Arrangement der Songs, die wahnsinnig clever eingesetzten Streicher und Kais zerbrechlich-emotionaler Gesang, der zwar nicht im ganz lupenreinen englischen Akzent daherkommt, dadurch aber eine spannende, eigene Klangfarbe entwickelt, machen dieses Album zu etwas Besonderem und bringen die Band hoffentlich endlich zu der Bekanntheit, die sie verdient hat. - Martin 

kommende Konzerte:

24.10.18 Rostock - JAZ
26.10.18 Jena - Kassablanca
27.10.18 Karlsruhe - Kaffeehaus NUN
19.12.18 Hamburg - Elbphilharmonie
19.01.19 Erfurt - Franz Mehlhose
20.01.19 Leipzig - Die Nato
20.02.19 Nürnberg - Club Stereo
21.02.19 Ulm - Roxy
22.02.19 Esslingen - Diesselstraße
01.03.18 Berlin - Lido

DIE LISTE

Was Kai sagt: 

Da sind so viele trauriger Lieder, es bräuchte mehr als eine Spotify Liste, um diese zu bündeln. Für jeden Anlass, jeden Moment eines. Diese hier sind der Begleiter durch eine Montagnacht. Beginnend mit Luke Howard, daheim, kurz vorm Aufbruch. The Antlers für den Weg zur Bahn, zum Zug, zum Auto. The War On Drugs als der perfekte Roadmovie-Track für die Fahrt. Phoebe Bridgers, als man dann endlich die Bar erreicht, sich aufgrund der Gleichgesinnten geborgen fühlt und bei Courtney Marie Andrews, melancholisch beschwingt auf dem Barhocker wippt. Um dann, viel zu viel trinkend, sich zu Damien Jurado in einen Strudel fallen lässt, der schliesslich in einer unangemessen Tanzperformance, auf viel zu kleinem Parkett, endet. The Barr Brothers abschliessend die letzte Runde einleiten und man sich wieder in die Nacht hinaus begibt. Mit James Heather sein Zuhause erreicht, ein Flashback einschiesst, der viel zu gross für den Moment ist und Miles Davis als treuer Begleiter auftaucht:
für einen letzten Drink, für das langsamen Sinken in den Schlaf auf der Couch und der Hoffnung, das morgen dann alles schon besser sein wird.